23 Frauen und Männer pilgerten mit der Diözesanstelle Berufe durch den Schwarzwald
Gruppenbild der Pilgerinnen und Pilger in der Wutachschlucht
Die Teilnehmerliste war gefüllt – und das eine Woche nach der Ausschreibung des Pilgerwegs. Für die Diözesanstelle Berufe der Kirche war diese Rückmeldung auch eine Bestätigung der Pilgerangebote der letzten Jahre, mit denen sie die Sehnsucht von Menschen unterschiedlicher Altersgruppen aufgreifen und diese auf der Suche nach der je eigenen Berufung begleiten möchte.
Nach der langen Anfahrt startete der Pilgerweg in Freiburg im Breisgau. Vor dem Münster erwartete der Direktor des Zentrums der Berufungspastoral, Pfr. Oliver Schmidt, die Pilger aus Franken, um Ihnen den Pilgersegen auf den Weg mitzugeben.
Von Pastoralreferent Markus Starklauf von der Diözesanstelle Berufe der Kirche, der die Gruppe geistlich begleitete, erhielten die Frauen und Männer ein Pilgertagebuch mit Impulsen und einigen leeren Blättern für eigene Gedanken und Gebete. Auf der ersten Wegstrecke war es zunächst wichtig, sich als Gruppe zusammen zu finden – immerhin wollten die Pilgerinnen und Pilger 5 Tage ihres Lebens miteinander teilen. Inhaltlich ging es dabei bei den einzelnen Stationen in Kirchen und auf dem Weg aber auch um den „Blick zurück“, also um die Frage: Was lasse ich zurück und was trage ich in meinem Rucksack mit mir herum?
Überhaupt werde der Rucksack in diesem Jahr ein wichtiges Symbol. Bei einer Aktion zogen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einen Pilgernamen aus der Gruppe, um dann für ein paar Kilometer dessen bzw. deren Rucksack zu tragen – Zeichen für eine christliche Solidarität, in der Menschen gegenseitig Lasten andere tragen und mittragen.
Bezeichnenderweise übernachteten die Pilger in der ersten Nacht in einem Ort namens „Himmelreich“ und begegneten dort in der „Atempause“ –einem allabendlichen meditativen Tagesabschluss- in einer kleinen Kapelle dem „Zufluchtsgott“, der u. a. im Psalm 91 zu finden ist.
Was die Wegstrecke in diesem Jahr besonders auszeichnete, war die grandiose Landschaft, durch die die Frauen und Männer pilgerten: Die Wutachschlucht war aber nicht zuletzt auch Ort vieler Impulse und bot sich dabei nicht nur für den Psalm 23 („Muss ich auch wandern in finsterer Schlucht – ich fürchte kein Unheil, denn du bist bei mir) an. Direkt am Wasser gestalteten die Pilger in einer „Land-Art“-Aktion mit im Laufe des Tages gesammelten Gegenständen (Steinen, Blumen und mehr) ein „Kunstwerk“. Ein Ausschnitt aus dem Buch Kohelet machte dann beim Aufbruch deutlich, dass alles im Leben vergeht – so wie dieses Kunstwerk eben auch der Veränderung durch Natur und evtl. durch Bearbeitung anderer Wanderer ausgeliefert ist und vergehen wird.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer übernachteten in Gasthöfen und ließen dort die Tage am Abend Revue passieren. Am letzten Tag feierte die Gruppe einen Gottesdienst „auf dem Weg“. Dabei begegneten die Pilger einzelnen Versen aus dem Psalm 23 („Der Herr ist mein Hirte“) und teilten paarweise ihre Gedanken und ihr Leben miteinander. Da der ganze Pilgerweg unter dem Thema „Haltestellen“ stand, konnten die Frauen und Männer an der „Haltestelle Gebet“ ihre Bitten und auch den Dank für diese Tage im Gebet an Gott richten.
In Riedöschingen, dem Zielort der Pilger, wartete schließlich eine besondere Überraschung: Auf dem Platz neben der Kirche wartete schon Lisa Hohner, die die Gruppe mit einem Begleitbus an den Pilgertagen begleitete, mit gegrillten Bratwürsten und Steaks. Gestärkt von dieser Pilgermahlzeit und bereichert von vielen Erfahrungen machten sich die Teilnehmer auf den Heimweg. Dabei versäumten es viele nicht, sich mündlich bereits für den Pilgerweg 2011 anzumelden.