PWB-Jahrestagung am 15. März - „Erzbistum mitgestalten“

„Hurra, wir werden größer!“ So wird wohl kaum jemand reagiert haben, als er hörte: Aus den jetzt 94 Seelsorgebereichen sollen ca. 45 werden. Natürlich ist diese Umstrukturierung dem dramatischen Rückgang der Zahl der Priester, Gemeinde– und Pastoralreferenten geschuldet. Weniger Hauptamtliche sollen (gerecht!) über eine größere Fläche verteilt werden.

Doch Andrea Bauer von der Stabstelle „Diözesane Entwicklung“ zeigte bei der Jahrestagung des Päpstlichen Werks für geistliche Berufe (PWB) auf, dass man dabei durchaus Chancen nutzen kann.

So werde das pastorale Personal in größeren Teams arbeiten. Dadurch können sich Charismen und Kompetenzen ergänzen.

Zwar werde nicht mehr alles, was bisher war, überall stattfinden können; wo aber etwas stattfindet, solle es gut getan werden.

Vor allem biete sich die Chance, Priester, Pastoral– und Gemeindereferent(inn)en von Verwaltungsaufgaben zu entlasten. So gewinnen sie Freiräume für die Seelsorge. Erreicht wird das durch ein gemeinsames Pfarrbüro am Sitz des Leitenden Pfarrers. Die Verwaltungsleitung – und nicht wie bisher der Pfarrer - könne z.B. Bauprojekte begleiten. Arbeitsabläufe werden erleichtert, die Kommunikation vernetzt. Hier meldet sich dann nicht der Anrufbeantworter, sondern ein Mensch, der Auskunft geben und weitervermitteln kann. Sprechstunden vor Ort werde es dennoch weiterhin geben können, versicherte die Referentin auf Nachfrage.

Das Ganze funktioniere freilich nur dann gut, wenn, sich alle Getauften ihrer Tauf- und Firmgaben bewusst sind, diese einbringen und Sorge für den Nachwuchs geistlicher und kirchlicher Berufe tragen.

Frau Bauer betonte, dass nichts übergestülpt wird. Natürlich müssten die vorgegebenen Kriterien erfüllt werden; vor allem in Randgebieten seien aber auch Ausnahmen möglich. Die Arbeitsgruppen seien mit Fachleuten und Praktikern aus allen Bereichen besetzt. Der nächste Schritt werde immer auf der Grundlage der Rückmeldungen aus dem vorherigen Schritt geplant. Nur wenn überhaupt keine einvernehmliche Lösung gefunden wird, müsse letztlich der Erzbischof entscheiden. Gerne nahm die Referentin Anregungen aus der anschließenden lebhaften Diskussion auf.

Am Nachmittag erzählte Katharina Leniger, eine der beiden studentischen Mitarbeiterinnen der Diözesanstelle Berufe der Kirche, begeistert und begeisternd von ihrem Theologiestudium an der Uni Würzburg. Die Vielfalt der theologischen Fächer sei herausfordernd im positiven Sinn, und das Studium habe immer mit dem Leben zu tun. Die Begleitung von Menschen ist Katharina genauso wichtig wie die Wissenschaft. So macht es ihr Freude, junge Menschen bei der Studienwahl zur Seite stehen zu können. Zusammen mit Johanna Jäger lässt sie in dem Blog www.dornroeschenwelt.com daran teilhaben, was sie als Theologiestudentin umtreibt.

Im Gottesdienst mit einer ermutigenden Predigt von Spiritual Michael Dotzauer und in der Schlussandacht wurde um Berufungen gebetet und des verstorbenen Weihbischofs Werner Radspieler gedacht. Das PWB versteht sich ja in erster Linie als Gebetsgemeinschaft. Persönlich und gemeinsam beten die Mitglieder um geistliche Berufungen. Sie erhalten dafür Anregungen durch die Diözesanstelle Berufe der Kirche.

Wer sich der Gemeinschaft anschließen will, meldet sich ganz unkompliziert an unter Tel: 0951 / 502-2231 oder: berufe-der-kirche@erzbistum-bamberg.de

PWB-Jahrestagung 15.03.2018