Gemeinsam Spiritualität erleben

Nacht der Lichter im Bamberger Dom – Rund 800 Besucherinnen und Besucher

Bamberg. Es ist kein alltäglicher Anblick: Der Dom ist bis auf den letzten Platz besetzt, viele Besucherinnen und Besucher sitzen oder liegen auf Isomatten und Decken auf dem Boden in den Seitengängen und vor dem Altar. Zahlreiche Kerzen erleuchten den Kirchenraum. Meditative Gesänge aus Taizé erklingen, Bibeltexte und mehrsprachige Gebete. Auch in diesem Jahr sind wieder hunderte Menschen zur Nacht der Lichter gekommen. Das ökumenische Abendgebet fand am Freitagabend im Bamberger Dom statt.

„Die Nacht der Lichter ist vor allem für junge Menschen ein Zugang zur Spiritualität und eine Möglichkeit, ihren Glauben zu spüren“, beschreibt Eva Fischer, ehrenamtliche Vorsitzende des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) Bamberg, die den Abend mit vorbereitet und gestaltet hat. Über zwei Stunden dauert das ökumenische Abendgebet, im Mittelpunkt stehen das gemeinsame Singen, Beten, zur Ruhe kommen. Einen Grund für den Erfolg sieht Fischer in den meditativen Gesängen mit ihren eingängigen Melodien und einfachen Texten, „in die jeder schnell einsteigen kann“. Die Lieder, die in verschiedenen Sprachen gesungen werden, haben ihren Ursprung in der „Communauté de Taizé“ im französischen Burgund. Dort finden mehrmals im Jahr internationale ökumenische Jugendtreffen statt, an denen tausende Besucherinnen und Besucher aus der ganzen Welt teilnehmen. In Bamberg gibt es die Nacht der Lichter seit über zehn Jahren. Inzwischen ist der zweite Freitag im November für viele Menschen ein fester Termin im Kalender: Bis zu 800 Besucherinnen und Besucher kommen regelmäßig zu dem Taizé-Gebet nach Bamberg.

Dekanatsjugendreferent Hubertus Schaller freut sich, dass in diesem Jahr noch mehr Kinder und Jugendliche als sonst den Weg in den Dom gefunden haben – sogar aus weiter entfernten Regionen wie Hof oder Bayreuth. Die Veranstaltung scheint den Nerv junger Menschen zu treffen. Vor allem, weil diese selbst das Abendgebet planen, organisieren und durchführen, meint Schaller: „Vom Aussuchen und Lesen der Texte, über das Musizieren bis zur Gestaltung des Doms liegt alles in den Händen der Jugendlichen selbst.“ Auch die besondere Beleuchtung und Dekoration machen für ihn einen Teil der Faszination aus: „Die Besucherinnen und Besucher können den Dom hier einmal ganz anders als sonst erleben.“ Einen Eindruck, den Benoît Dupé bestätigt. Der 22-Jährige ist bereits zum dritten Mal bei der Nacht der Lichter. „Einfach toll, zauberhaft, wunderschön“, beschreibt er das ökumenische Friedensgebet.

Veranstalter der Nacht der Lichter sind der BDKJ, die Evangelische Jugend (EJ), das Jugendamt der Erzdiözese und die Diözesanstelle Berufe der Kirche. Die nächste Nacht der Lichter findet am 11. November 2016 statt. Auch in vielen Pfarreien gibt es regelmäßig Taizé-Gebete. Der Arbeitskreis „ökumenisch unterwegs“ bietet darüber hinaus vom 27. Dezember 2015 bis 02. Januar 2016 eine Fahrt zum europäischen Taizé-Treffen in Valencia an. An Ostern, Pfingsten und in den Sommerferien finden Fahrten zu den internationalen Jugendtreffen in Taizé statt. Weitere Informationen und Termine unter www.jugend-im-erzbistum.de/themen/oekumenisch-unterwegs.