Ein Arbeitgeber mit Blick auf Charismen

Am Stand der Caritas-Fachakademie für Sozialpädagogik ist viel los. Svenja Petzold, Auszubildende zur Erzieherin, erzählt von ihren Eindrücken aus dem Berufsleben. „Klar, die Arbeit kann stressig sein, weil wir viel Verantwortung tragen“, sagt die 19-Jährige einer Interessentin. Wolle  man jedoch „das Leben von Kindern bereichern“, sei Erzieherin ein Traumjob.

Rund 50 Interessenten sind zum Infonachmittag über „Berufe der Kirche“ in das Bamberger Bistumshaus St. Otto gekommen. Bei Kurzvorträgen sowie in Gesprächsgruppen und an Ständen berichten Ausbilder und Praktiker. Aus kirchlichen Berufen wie dem des Pastoralreferenten, Religionslehrers oder Priesters und aus sozialen Berufen wie dem des Erziehers, Pflegers oder Jugendamtsmitarbeiters.

Die 19-jährige Natalie Trozki leistet momentan ihren Bundesfreiwilligendienst am Bamberger Aufseesianum. Eigentlich wollte sie sich heute über eine Ausbildung im sozialen Beruf informieren, sagt sie. Gemeindereferentin zu werden könne sie sich aber auch vorstellen: „Praktika und mein Freiwilligendienst haben mir gezeigt, dass ich gern mit Kindern und Jugendlichen arbeite. Außerdem interessiert mich der christliche Glaube.“  Der 41-jährige Nikolaus Barabas aus Fürth möchte sich beruflich verändern. Gern würde er Theologie studieren und dann Religionslehrer werden. „Einer, an den sich Kinder nicht nur in fachlichen Dingen, sondern auch bei Problemen vertrauensvoll wenden können“, sagt er. Referent Christian Müller ist Seminarrektor im Kirchendienst. Nach 20 Berufsjahren als Religionslehrer sagt er: „Ich glaube, es gibt kein Fach, das so eine Lebensrelevanz hat.“

Hohe Relevanz haben auch Priester – sowohl für die Kirche als auch für die Menschen, die in ihr leben. Bundesweit lässt sich jedoch ein Trend beobachten, dass Pfarrerstellen unbesetzt bleiben. Der Nachwuchs fehlt. Bei dem Infonachmittag spricht der Regens des Bamberger Priesterseminars, Ewald Sauer, für den Priesterberuf. Und davon, was es heißt „den Dienst am Menschen im Auftrag Gottes zu tun.“ Sauer macht jedoch auch klar, dass Priestersein auf Berufung basiert. „Man kann keine Priester ‚machen‘. Jede Berufung, die von Gott kommt, ist ein Geschenk.“

Dass es viele attraktive Berufe im Umfeld Kirche gibt, wird bei dem Infonachmittag klar. Trotzdem besetzen sich Stellen nicht von allein: „Viele junge Menschen wissen nicht, wie groß und attraktiv das Angebot der kirchlichen Berufe im Erzbistum Bamberg sind“, sagt Initiatorin Jacqueline Stößel von der Diözesanstelle „Berufe der Kirche“. Deshalb gebe es Veranstaltungen wie diese. Verstecken müsse sich die Kirche nicht. „Zum einen haben wir ein sehr vielfältiges Angebot, zum anderen schaut die Kirche sehr auf die Charismen der einzelnen“, macht Stößel eine Stärke dieses Arbeitgebers deutlich.

(Pressestelle Erzbistum Bamberg)

 

Infonachmittag für kirchliche und soziale Berufe am 29.01.2016