PWB-Jahrestagung am 02.03.2016 im Bistumshaus St. Otto

Humor, Tiefgang, Realitätssinn bringt Dr. Markus Kohmann in die Priesterausbildung ein. Geistige Höhenflüge liegen dem Spiritual da fern. Ihm geht es um die menschliche Reife der Kandidaten und ihre Orientierung am Evangelium. Bei der Jahrestagung des Päpstlichen Werks für geistliche Berufe (PWB) referierte Dr. Kohmann darüber, was junge Männer, die Priester werden wollen, mitbringen und weiterentwickeln sollten.

„Sie haben keinen Wein mehr. Tun wir nicht so, als hätten wir es nicht bemerkt.“ So lautete der Titel des Vortrags in Anspielung auf einen Werbespot. Ganz konkret klopfte der Referent das Evangelium von der Hochzeit zu Kana auf Haltungen und Fähigkeiten ab, die gerade für den priesterlichen Dienst von entscheidender Bedeutung sind. Der Priester solle

  • wie Maria aufmerksam und sensibel sein für das, was Menschen brauchen, auf Jesus verweisen in Geduld und Vertrauen, dass er die rechte Stunde weiß
  • wie die Diener auf Jesus hinhören in der Schriftbetrachtung, bei der Vorbereitung der Predigt und selbst tun, was Er sagt – nicht meinen, wichtig sei, was der Pfarrer sagt
  • wie die Diener sich bewusst sein, dass jeder nur mit Wasser kochen kann, aber auch das Wasser – das, was an Begabungen da ist – sehen und einbringen
  • wie die Diener schöpferisch umgehen mit dem, was wir haben, und dem Heiligen Geist keine Grenzen setzen
  • wie der Speisemeister nicht alles selber wissen müssen, auf die anderen hören, die es wissen, die entlastende Einsicht haben, gelegentlich irren zu können, die Fähigkeiten anderer (in der Gemeinde) anerkennen und einbeziehen       nicht wie der Bräutigam das ganze Pulver auf einmal verschießen, sondern mit den Kräften haushalten, langen Atem haben, um auch am Schluss noch guten Wein zu haben
  • wie die Jünger an Jesus glauben, ein Mann der Glaubensfreude sein, das predigen, was er selbst glaubt

Der Priester müsse nicht selbst groß herauskommen, er dürfe sich freilich auch nicht aus Angst vor der Aufgabe verstecken. Er müsse auf Christus verweisen. In der Feier der liebenden Hingabe Jesu am Kreuz verleihe er ihm Stimme. Das Entscheidende, warum jemand Priester werden will, müsse deshalb die Gottes- und Nächstenliebe sein. Eingeübt würden die notwendigen sozialen Fähigkeiten auch im Priesterseminar, wo es gilt, mit Leuten zu leben und auszukommen, die man sich nicht ausgesucht hat.

Zwei junge Männer aus dem Priesterseminar berichteten nun von ihrem persönlichen Lebensweg und stellten sich den Fragen der rund 40 Frauen und Männer des PWB. Beide hatten bereits ein abgeschlossenes Studium in anderen Fachrichtungen und haben sich die Entscheidung, den Weg zum Priestertum einzuschlagen, nicht leicht gemacht. Mit Vertrauen und Hoffnung schauen sie nun in die Zukunft, auch wenn mit großen Herausforderungen zu rechnen sei. Wie damit umgegangen wird, sei aber nicht nur eine Frage an die Priester, sondern auch an die Gemeinden und alle Gläubigen. Den Frauen und Männern des PWB sagten die Propädeutiker ausdrücklich Dank für ihr unterstützendes Gebet.

Das PWB pflegt das Gebet um Berufungen und für die Berufenen und bietet auch finanzielle Förderung zum Beispiel beim Studium.