Zwei Diakone im Bamberger Dom geweiht

Erzbischof Schick: „Berufung ist immer auch Bekehrung“

Bamberg. Erzbischof Ludwig Schick hat am Fest des heiligen Matthäus im Bamberger Dom zwei spätberufene Priesteramtskandidaten zu Diakonen geweiht. Beide seien auf einem anderen Lebensweg gewesen, bevor sie zum priesterlichen Dienst berufen wurden, sagte Schick in seiner Predigt am Samstag.

Die beiden neuen Diakone, Tobias Löffler und Christian Wohlfahrt, seien damit in guter Gesellschaft. Auch Matthäus sei von Beruf Zöllner gewesen, bis ihn Jesus in die Schar der Apostel berufen habe. Sein Beruf habe auch nicht auf eine Berufung durch Jesus hingedeutet. Dennoch: „Jesus ruft ihn, und dann passiert das, was bei Berufungen durch Jesus damals wie heute geschieht: Die einen finden das gut, die andere sagen: Wie kann man nur!“, so Erzbischof Schick in seiner Predigt. Wichtig sei es für den Berufenen, mit der Hochschätzung der einen demütig und mit der Ablehnung der anderen gelassen und verständnisvoll umzugehen. „Das Entscheidende ist die Berufung durch Jesus Christus, an der man durch dick und dünn festhalten muss.“

Berufung sei immer auch Bekehrung zu Jesus Christus, die Erfüllung und Freude schenkt, so der Erzbischof weiter. Diese Bekehrung gehöre zum ganzen Leben und sei nichts Einmaliges nach dem Motto „well done und fertig“. Matthäus sei von Blick und Wort Jesu getroffen worden und habe gespürt, dass er sein früheres Leben revidieren muss. „Mit Jesus muss man sich bekehren vom haben wollen zum teilen wollen“, sagte Schick. Dabei gehe es nicht nur um die materiellen Dinge, sondern für einen Seelsorger vor allem um das Teilen des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe zu Gott und den Menschen; dafür seien auch Aufmerksamkeit und Zeit zu teilen. „Wir müssen den Menschen zuhören und mit ihnen sprechen, für sie da und verfügbar sein. Wir sollen mit ihnen sowohl Trauer und Angst als auch Hoffnung und Freude teilen“, so der Erzbischof. Treue und Verlässlichkeit bei allen Anfechtungen von innen und außen seien wichtig für das priesterliche Leben. Mit Jesus Christus, der beruft und begleitet, ist all das möglich, müsse aber auch jeden Tag erneuert werden.

In der katholischen Kirche ist die Weihe zum Diakon die erste Stufe des Weihesakraments – es folgen noch Priester- und Bischofsweihe. Bei der Diakonenweihe versprechen die Kandidaten ihre Bereitschaft zum Dienst in der Kirche, den Notleidenden zu helfen, Gehorsam gegenüber dem Bischof und die Ehelosigkeit. Diakone assistieren dem Priester bei der Eucharistiefeier, verkünden das Evangelium und legen es in der Predigt aus. Sie dürfen die Taufe spenden sowie bei der Trauung assistieren und Begräbnisfeiern leiten, Wortgottesdienste feiern, die Kommunion austeilen und den Segen spenden. Die Feier der Eucharistie sowie das Spenden der Krankensalbung und des Bußsakramentes bleiben allerdings den Priestern vorbehalten. Während die beiden geweihten Diakone sich auf die Priesterweihe in voraussichtlich einem Jahr vorbereiten, gibt es auch Ständige Diakone im Haupt- oder im Nebenberuf. 

von hal

Diakonenweihe 2019